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Fachlich versiertes Lektorat kann Entziehung des Doktorgrades vermeiden!

Immer wieder neue Varianten beim Entzug des Doktorgrades

Gerichtlich bestätigt wurde mittlerweile, dass der Doktorgrad auch dann aberkannt werden kann, wenn er seriös und korrekt erworben wurde. Der Fall eines Physikers war Anlass zu dieser Entscheidung, dessen spätere Publikationen zu einem großen Teil auf geschönten oder erfundenen Messdaten beruhten. Dieses Vorgehen kostete ihn den Doktorgrad!

Nun beschäftigte ein neuer Fall das Verwaltungsgericht Gießen. Und das, obwohl die Doktorandin Opfer und nicht Täter war. Ihr Doktorvater verwendete ihre Arbeitsergebnisse für eine seiner Publikationen im Fach der Medizin. Die Doktorandin selbst hatte an dieser Veröffentlichung nicht mitgearbeitet. Trotzdem schien sie als Ko-Autorin auf. In der Publikation des Doktorvaters wurden ihre Ergebnisse etwas „überarbeitet“, was im Bereich der Medizin immer wieder geschieht, da die Auftraggeber und ihre wirtschaftlichen Interessen zufrieden gestellt werden müssen.

Literaturverzeichnis als StolpersteinH2>

Die Doktorandin nahm die Publikation ihres Doktorvaters also in ihr Literaturverzeichnis auf, ohne die geschönten Inhalte der Veröffentlichung in ihrer Dissertation zu diskutieren. Daraufhin wurde ihr von der Universität Gießen der Doktorgrad nachträglich entzogen. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass sie eine Quelle angegeben hatte, die in ihrer Arbeit gar nicht diskutiert wurde. Dies wurde von der Universität als Täuschung ausgelegt. Eine Beteiligung an der Fälschung der Daten in der Publikation des Doktorvaters konnte ihr nicht nachgewiesen werden.

Der Fall landete vor dem Verwaltungsgericht Gießen, das den Entzug des Doktorgrades wieder aufhob. Begründet wurde das nicht rechtskräftige Urteil wie folgt: Die gefälschten Daten der Publikation in ihrer Dissertation zu diskutieren, war die Doktorandin nicht verpflichtet. Ebenso kann der Doktorgrad nicht entzogen werden, nur weil eine umstrittene Veröffentlichung im Literaturverzeichnis aufscheint. Hätte sie die Publikation nicht ins Verzeichnis aufgenommen, hätte sie sich Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Sie konnte auch schlecht ihren Doktorvater in ihrer Dissertation der Datenfälschung bezichtigen. Der Doktorandin wurden also keinerlei Chancen gelassen.


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